Als Ursymbol fließender Bewegung in ihrer vom Mittelpunkt ausgehenden Ausdehnung entspricht die Spirale einer energetischen Quelle. Die aus den Spiralbewegungen entstehenden archetypischen Formen in der Struktur der Natur können überall auf der Erde und im Universum gefunden werden, sowohl im Mikrokosmos als auch im Makrokosmos, und haben Wissenschaftler, Naturforscher, Philosophen, Mystiker und Künstler zu allen Zeiten beschäftigt und fasziniert.

Die kinetische Funktion der Lichtwirbelspiralen

Für die kinetische Funktion der Lichtspiralen wird das Naturphänomen der aufsteigenden Wärme genutzt. Über den Leuchtmitteln, die sowohl Licht als auch Wärme erzeugen, drehen sich die Aluminiumspiralen. Sie rotieren behutsam im Lichtschein der Lampen und projizieren ein Meer aus übereinanderfließenden Lichtwirbeln an die Raumdecke.

Durch eine Kombination aus thermischer Bewegung, programmierter Helligkeitsänderung und zartem Farbenspiel entstehen bewegte Lichterscheinungen im Raum, die an dynamische Naturprozesse erinnern wie Wasserbewegungen, Luftzirkulationen, sich wandelnde Wolkenformationen…

Die Projektidee

Entwurf zu „panta rhei“ als Festinstallation – begehbarer Skulpturengarten

Die bewegten Lichtwirbel rotieren unterschiedlich langsam und schnell, bleiben auch mal stehen, denn sie reagieren auch auf Luftbewegungen und Luftzikulation im Raum. Dieses Unvorhersehbare bewirkt, dass die bewegten Lichterscheinungen einen besonderen Reiz ausüben. Jede einzelne Lichwirbelspirale führt, in gewisser Weise, ein Einzelleben in ihrem Rotationsverhalten. In der Auseinandersetzung hierüber entstand die Idee, viele dieser ineinander schwingenden Lichtwirbel als Raumerleben zu inszenieren, einen Lichtraum zu erschaffen, der „panta rhei“ als Erfahrungsfeld erlebbar macht.

Die Anordnung der Spiralstelen

Die Aufsicht auf das Bootpodest zeichnet ein Strömungsbild, das sich aus unterschiedlich großen links- und rechtsdrehenden Spiralen bildet. Die Seitenansicht zeigt die Stelen in ihren Höhenunterschieden. Die Komposition der Spiralsäulen zeichnet zwei Schwerpunkte, mit vielen nah beieinanderstehenden und kleineren Spiralen auf der einen Seite und einigen größeren und höheren Spiralsäulen auf der anderen Seite. Diese Kombination ermöglicht unterschiedliche Aspekte und Perspektiven, die im Anblick der ineinander schwingenden Linien erforscht werden können. Auch die Lichtspiele unter der Decke gestalten sich durch diese Anordnung unterschiedlich.

Die Bootform

Um diese Installation an unterschiedlichen Orten bringen zu können, bedarf es einer portabelen Konstruktion, die sich auch für die Festinstallation der elektrischen Technik eignet. Eine längliche Podestform ermöglicht einen ausreichend großen Abstand zwischen die Vielzahl an einzelnen Spiralstelen zu bringen. Als materielle Gestalt ergibt sich zum Thema „Fließen“ daraus die Bootform.

Das Bootpodest besteht aus fünf steckbaren Holz-Elementen.
Elektrische Inbetriebnahme 2018

„Atmos“ der Name für das Lichtboot

Der Projekttitel „panta rhei“ beschreibt die Idee, mehrere bewegte Lichtwirbelspiralen in unterschiedlichen Anordnungen, Mengen und Größen in einem Raum zu installieren und so ein Erfahrungsfeld für diese universelle und göttliche Symmetrie zu schaffen.
Als Bootgestalt nimmt die Projektidee noch anders Fahrt auf. Diese materielle Form nimmt in seiner Symbolkraft, den Menschen, Gemeinschaften und sogar die Menschheit als Ganzes mit an Bord.
Der Name Atmos erschien uns passend. Dieser steht als Kurzform für Atmosphäre und deutet auf den Stimmungsgehalt und auf das sensible Zusammenspiel von Strömungen innerhalb eines Raumes.
Auch deutet er auf die zentrierende Kraft des Atems und der meditatieven Stimmung des Raumes, in dem diese Lichtskulptur wirkt.

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